„Wir brauchen keine Verwalter des Niedergangs, sondern Freigeister!“

Nick Kelldorfner rechnet beim Wachsmarkt mit „Billionen-Kanzler“ Merz und Landrat Fahmüller ab

Tann. Der traditionelle Tanner Wachsmarkt wurde in diesem Jahr zur Bühne für eine politische Abrechnung, die es in sich hatte. Vor vollem Haus im Café Kammergruber fand FDP-Politiker Nick Kelldorfner deutliche Worte zur aktuellen Lage der Nation und des Landkreises. Zwischen scharfer Kritik an der Bundes-Groko unter Kanzler Friedrich Merz und einem Frontalangriff auf die lokale CSU-Spitze zeichnete Kelldorfner das Bild einer FDP, die sich nach dem Ausscheiden aus Land- und Bundestag neu erfunden hat: als Stimme der arbeitenden Mitte.

„Teuerstes Duo aller Zeiten“: Merz und Söder am Pranger

Kelldorfner, der direkt von einer Plakataktion aus Passau anreiste, ließ kein gutes Haar an der aktuellen Bundespolitik. „Die Lage ist ernst, der Staat ist pleite, aber das teuerste, was wir uns derzeit leisten, sind Friedrich Merz und Markus Söder“, rief er den Gästen zu. Besonders der Wortbruch der Union nach der Wahl sei eine „Sauerei“: Versprochene Haushaltsdisziplin sei einer Neuverschuldung von einer Billion Euro gewichen. Der Kanzler regiere mit der SPD und den Grünen als „Schulden-Sidekicks“ am Bürger vorbei.

Frontalangriff auf Landrat Fahmüller

Auch lokalpolitisch teilte Kelldorfner kräftig aus. Sein Hauptziel: Amtsinhaber Michael Fahmüller (CSU). Kelldorfner verglich den Landrat mit einem „U-Boot“, das nur alle sechs Jahre zur Wahl auftauche, um danach wieder in der Versenkung zu verschwinden. „Der Mann ist eine Zumutung für den Landkreis Rottal-Inn. Wir brauchen im Landratsamt keinen Verwalter, der nur kommt, wenn es Freibier gibt, sondern jemanden, der saniert, reformiert und investiert!“

Mit viel Humor und einer Prise bayerischem Biss nahm er die politischen Mitbewerber aufs Korn. Während er der SPD attestierte, den Untergang in der Groko als „Wellness-Programm“ zu verkaufen, bekamen die Grünen ihr Fett für ihre Realitätsferne im ländlichen Raum weg: „Wer im Rottal ein Lastenrad als Lösung für den Nahverkehr verkauft, hat entweder zu viel am Dinkel-Tee geschnüffelt oder ist noch nie einen Berg raufgefahren!“

Trotz der harten Kritik blickte Kelldorfner optimistisch in die Zukunft und verwies auf aktuelle Umfrageerfolge in Passau, wo der Oberbürgermeisterkandidat der Freien Demokraten jüngst 42 % erreichte. Dieses neue Selbstbewusstsein resultiere daraus, dass man sich von altem Parteidenken gelöst habe. „Wir haben eine Liste an Freigeistern aufgestellt. Echte Persönlichkeiten, nicht nur Parteibücher“, so Kelldorfner.

Sein flammendes Plädoyer endete mit einem klaren Appell an die Wähler für den 8. März: „Wählt Martin Koppmann zum Landrat und die FDP in den Kreistag! Wir machen Politik für die, die aufstehen und dieses Land am Laufen halten.“

Ein besonderer Dank galt am Ende Pfarrer Reincke und seinem Team für die hervorragende Bewirtung und Gastfreundschaft im Café Kammergruber.